Trotz des ersten bestätigten ASP-Falles in Deutschland warnen öffentliche Stellen vor Spekulationen und Panik. agrarheute sprach dazu mit Dr. Claus Deblitz, Stellvertretender Institutsleiter des Thünen-Instituts für Betriebswirtschaft.

Deblitz betonte, dass die Ankunft der ASP in Deutschland niemand überraschen dürfe. Wörtlich sagte er: „Seit vielen Jahren reden wir darüber, dass die Schweinepest näher rückt. Jetzt ist sie da und vom Bund bis zu den Ländern und den Landwirten haben sich alle darauf vorbereitet.“ Er verwies unter anderem auf die Hinweise und Handlungsempfehlungen, die durch das Friedrich-Löffler-Institut ausgesprochen worden seien. Einige Länder hätten Zäune zur Abgrenzung der Fundstelle vorrätig.

Auswirkungen auf Handel in der EU
Auf die Frage, wie sich der ASP-Fund auf den deutschen Schweinefleischexport auswirken würde, lasse sich gegenwärtig noch nicht viel sagen, so Deblitz. Innerhalb der EU sei grundsätzlich eine Zonierung vorgesehen, außerhalb derer der Handel weitergehen könne. Dies bedeutet, dass unmittelbar nur die Produkte nicht mehr für den Export genutzt werden dürften, die in einer Kernzone um eine Fundstelle herum erzeugt würden. Es müsse auch berücksichtigt werden, dass die ASP derzeit in keinem Nutztierbestand aufgetreten sei.

Auswirkungen auf Handel mit China
Knackpunkt bei den Auswirkungen der ASP auf den Handel sei allerdings die Reaktion Chinas, wohin rund 25 % der deutschen Schweinefleischexporte gingen. Die chinesische Importnachfrage habe sich – auch wegen der in China ASP-bedingt gesunkenen Bestände – allein im ersten Halbjahr 2020 gegenüber dem Vorjahr ungefähr verdoppelt. Hier stehe derzeit noch keine offizielle Reaktion fest. Kurzfristige Preiseffekte seien wahrscheinlich, wie stark diese ausfielen und anhalten würden, sei momentan aber reine Spekulation.

Auswirkungen auf Futtermittelpreise
Auswirkungen der ASP seien potenziell auch auf die Preise für Futtermittel möglich, so Deblitz. Wenn hier die Nachfrage aus dem Inland nachlasse, würde der Preis sinken, zumal die weltweiten Futtermittelbestände derzeit nicht ungewöhnlich niedrig seien. Unklar sei allerdings, wie sich ein gegenläufiger Trend steigender Nachfrage nach Futtermitteln aus China im Rahmen des dortigen Herdenaufbaus im Bereich Schwein auswirken würde.

Wie geht es weiter?
Abschließend zeigte sich Deblitz zuversichtlich, dass es gelingen würde, die ASP unter Kontrolle zu bekommen. In Belgien sei dies gelungen, das Land habe im August wieder den Status der ASP-Freiheit erlangt. Entscheidend dabei sei dort die schnelle und entschlossene Reaktion der Behörden gewesen. Das Kerngebiet von ca. 12500 ha sei weiträumig abgesperrt und rund 2000 Wildschweine geschossen und anderweitig entnommen worden.

Quelle Artikel: https://www.agrarheute.com/tier/schwein/afrikanische-schweinepest-asp-koennen-erwarten-572806

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