Das Bundeskabinett beschließt Isoflurannarkose durch Landwirte. 

Berlin (vfz/age) – Bei der Ferkelkastration soll die Vollnarkose mit Isofluran künftig ohne Tierarzt vom Tierhalter oder einer sachkundigen Person selbst durchgeführt werden können. Das Bundeskabinett stimmte am vergangenen Mittwoch der Ferkelbetäubungssachkundeverordnung zu, die nach Maßgabe des Bundestages gegenüber dem ursprünglichen Regierungsentwurf noch leicht abgeändert wurde. Dies betrifft ältere Narkosegeräte, die schon in Betrieb sind und laut einer Übergangsvorschrift weiter genutzt werden dürfen. Voraussetzung dafür ist, dass „die sachkundige Person die Anzahl und Anwendungen des Narkosegerätes sowie das Datum der jeweiligen Anwendungen schriftlich oder elektronisch aufzeichnet“, was bei neuen Geräten automatisch erfolgt.
Kern der verabschiedeten Verordnung ist eine Ausnahme vom Tierarztvorbehalt bei der Vollnarkose mit Isofluran während der Kastration. Aus wirtschaftlichen und logistischen Gründen sei die Anästhesie mit Isofluran für die Mehrheit der Betriebe nur möglich, wenn sie vom Landwirt selbst durchgeführt werde, denn es stünden für eine flächendeckende Anwendung nicht genügend Tierärzte zur Verfügung, heißt es in der Begründung. Der Eingriff unter Vollnarkose darf aber nur von Personen mit Sachkundenachweis durchgeführt werden.

Quelle: vfz Handelszeitung | Ausgabe 32/2019 | 09.08.2019 | Artikel „Landwirte dürfen betäuben“, Titelblatt