Der Tierarztvorbehalt für Ferkelkastration und Isoflurannarkose soll nach dem Willen des Bundeslandwirtschaftsministeriums fallen. 

Berlin (vfz/age) – Das Bundeslandwirtschaftsministerium schafft die rechtlichen Grundlagen, um Landwirten die Ferkelkastration unter Narkose mit dem Wirkstoff Isofluran zu ermöglichen. Ein Verordnungsentwurf des Ressorts sieht die Aufhebung des Tierarztvorbehaltes für die Kastration unter Isoflurannarkose vor.
Die Voraussetzung für die Durchführung der Kastration soll ein Sachkundenachweis sein. Dabei müssen in einem Lehrgang theoretische Kenntnisse und praktische Fähigkeiten erworben und durch Prüfungen nachgewiesen werden. Zur Teilnahme berechtigen soll der Abschluss einer fachbezogenen Ausbildung sowie die einschlägige Berufserfahrung als Landwirt.
Die Tierärzteschaft äußerte Vorbehalte gegen die Kastration unter Narkose durch den Landwirt. FDP-Politikerin Carina Konrad wandte sich gegen die Kritik aus den Reihen der Tierärzteschaft. „Wir brauchen endlich Lösungen“, so Konrad. Die Tierärzte müssten die Frage beantworten, ob sie die schmerzfreie Kastration auf die lange Bank schieben wollten. In den europäischen Nachbarländern sei dies längst gang und gäbe.

Quelle: vfz Handelszeitung Vieh und Fleisch / Ausgabe 14/2019 vom 05.04.2019 / Seite 1 / Artikel „Narkose in die Hand der Landwirte“