Trotz schlechter Preise sinkt der EU-Schweinebestand bisher nur langsam. Das dürfte sich 2019 ändern. Mäster spüren das schon jetzt beim Ferkeleinkauf.

Wenn der Schweinebestand in der EU um ein Prozent sinkt, klingt das zunächst wenig spektakulär. Bemerkenswert an den neuesten Bestandszahlen sind aber die Verschiebungen zwischen den Ländern. Außerdem stocken die Sauenhalter in Europa ihre Bestände offenbar deutlich ab. Und das hat Folgen für die Produktion.

Die Daten aus Brüssel beziehen sich auf die Zählungen der Monate November und Dezember 2018. Demnach geht die Zahl der Schwein in 14 Mitgliedstaaten zurück. In polnischen Ställen stehen nun 7,4% weniger Schweine als ein Jahr zuvor. In Rumänien schrumpfte der Bestand um knapp 9%. Hier sind es vor allem die Probleme mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP), die kleine Betriebe aus dem Markt drängen.
Relativ deutlich ist der Bestandsabbau auch in Deutschland mit -4,1% und in den Niederlanden mit -3%. In beiden Ländern sind es vor allem steigende Auflagen und hohe Gülleverwertungskosten, die die Wirtschaftlichkeit belasten. Dänemark steht etwas besser da, verliert aber auch 1,5% der Tiere. Zu den Ländern, die trotz niedriger Schweinepreise mehr Tiere halten, gehört allen voran Spanien. Dort stehen mittlerweile über 31 Mio. Schweine und damit knapp 4% mehr als 2017. Die Iberer haben in nur acht Jahren ihre Schweinehaltung um ein Viertel ausgebaut und stehen nun unangefochten auf Platz 1 in der EU. Aber auch Frankreichs Schweinebestand wuchs 2018 – und zwar immerhin um 2,7%.

Entscheidend für das künftige Fleischangebot und für die Schweinepreise in der EU sind allerdings die Sauenherden. Sie schrumpften EU-weit bis Ende 2018 um rund 3% gegenüber dem Vorjahr auf 11,8 Mio. Zuchttiere. Nur in fünf europäischen Ländern stieg die Zahl der Sauen – darunter Spanien und Frankreich. Abwärts ging es mit -18% vor allem in Polen, wo viele Kleinstbetriebe derzeit das Handtuch werfen. Aber auch in Westeuropa gibt es Verlierer: Niederlande (-9%), Deutschland (-3,8%) und Dänemark (-1,3%). Steigende Umweltauflagen, in Deutschland vor allem die Düngeverordnung und die Unsicherheiten über zukünftige Haltungsformen treiben Tierhalter aus der Produktion, und andere investieren nicht mehr.

Quelle: topagrar / Ausgabe 4/2019 / S. 153 / „Ferkel werden knapp“