Seit fünf Jahren beschäftigt uns die Afrikanische Schweinepest (ASP). Die Tierseuche trat als erstes in den osteuropäischen Ländern auf und führte gleich zum schlimmsten denkbaren Szenario: Russland verhängte einen Export-Stopp für Schweinefleisch aus der gesamten EU. Die ASP zog vom Baltikum weiter nach Westen über die Ukraine, Polen, Tschechien, Bulgarien, Rumänien, Ungarn bis nach Belgien. Die einzelnen Länder gehen sehr unterschiedlich mit der ASP-Bekämpfung um. Einzig Tschechien ist es gelungen, die Seuche in knapp zwei Jahren auszumerzen. Seit April 2018 sind dort keine neuen Fälle mehr aufgetreten, sodass der EU-Mitgliedstaat jetzt wieder offiziell als frei von der ASP gilt.

In Deutschland stellt sich heute schon die entscheidende Frage: Können wir im Ernstfall so gut mit dem Auftreten der ASP umgehen wie die Tschechische Republik oder setzt sich die Seuche fest wie im Baltikum? Die Aktivitäten einzelner Bundesländer lassen vermuten, dass wir uns gut vorbereiten. Krisenübungen werden durchgeführt, Jäger sensibilisiert, Seuche-Vorsorge-Gesellschaften gegründet, Krisenhandbücher erarbeitet und für alle betroffenen Bereiche zur Verfügung gestellt. Und doch bleibt bei vielen ein ungutes Gefühl. Denn einige Punkte sind noch unklar.
Welche zusätzlichen Auflagen und Kosten kommen auf jeden Schweinehalter zu, wenn sein Betrieb im gefährdeten Gebiet liegt? Was ist, wenn Handelspartner von Restriktionen betroffen sind und nicht abnehmen oder liefern können?
Es gibt Möglichkeiten, den aufkommenden Schaden abzumildern. Die Tierseuchenkasse tritt ein, wenn ein Bestand direkt betroffen ist und gekeult werden muss. Eine Ertragsschadenversicherung kann die wirtschaftlichen Einbußen abpuffern. Allerdings lassen sich nicht alle Risiken ausreichend absichern. Der Preisverfall am Markt, der sich beim Auftreten der ASP einstellen wird, gehört dazu. An diesem Punkt ist Berlin gefordert. Wie bei der Dürrehilfe oder der Milchpreiskrise sollte es eine schnelle, unbürokratische Finanzhilfe geben. 

Auf keinen Fall dürfen wir nachlassen un müssen weiter aufklären, Notfallpläne einstudieren und das Schwarzwild intensiv bejagen. Fünf Jahre nach den ersten ASP-Ausbrüchen in Europa werden ansonsten weitere schlimme Szenarien folgen.

Quelle: SUS / Ausgabe 2/19 /Seite 3